Die Fahrrad-Ausstellung.
Das Oldtimer-Fahrrad.
Meine Einstellung dazu.




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Vor einigen Tagen habe ich mir die Fahrrad-Ausstellung im "Museum der Arbeit" in Hamburg angeschaut.
Ich finde diese Ausstellung gut und sehenswert.
Einige Fehler in den Beschreibungen betrachte ich als lapidar.
Kaum jemand wird sie wirklich finden.
In Erinnerung ist mir ein kleines und recht kurzes Video.
"the spokesman" hat mich beeindruckt.
Nimmt irgendwie eine Vorbildfunktion ein, das fühlt sich gut an.
Für meine Zukunft sehe ich dafür Bilder im Kopf.

Mich haben zwei Fahrräder besonders interessiert.
Obiges Phänomen Schwingerad und das 20-25 Jahre jüngere Moulton.
Das Schwingerad wollte ich sehen wie es dort präsentiert wird.
Ich fühle mich diesem Rad etwas verbunden, ich habe es mit Matthias Kauder von Blitzrad restauriert.
Es ist von seiner Erscheinung einfach schön.
Das Moulton hat eine ähnliche Hinterradschwinge.
Beim Phänomen verdreht sich der Gummiblock, beim Moulton wird er zusammengedrückt.
Mir gefällt beim Moulton die gegensätzliche Unscheinbarkeit der Federung zum Phänomen.

Ein Moulton A wird mich noch beschäftigen, ich möchte eines von 1962 restaurieren.

Oldtimer-Fahrräder begleiten mich schon lange.
In den letzten Jahren hat sich meine Einstellung zu ihnen verbessert.
Mir macht es Freude sie anzufassen und zu reparieren.
Sie strahlen Beständigkeit aus.
Im Gegenzug gibt es so viel moderne Untensilien, die teils nicht 2 Jahre bei mir bleiben.
Handys schrotten vor Ablauf der Garantie.
Rechner werden grottenlahm mit der frisch erscheinenden Software.
Klar, ich finde neue Technologie auch gut.
Auf meinem Pentium3 aus 1999 möchte ich nicht unbeding mein Tagesgeschäft abwickeln.
Beim Fahrrad bevorzuge ich ein "Eisenschwein".
Im Alltag greife ich zu Technik aus den 50-60er Jahren.
Einige sagen: Du bist ja bei der Technik deiner Jugend hängen geblieben.
Ja, das kann ich so ganz wunderbar annehmen.
Ich mag die Torpedo Freilauf aus der Zeit, ebenso die Dreigang.
Selbst gebrauchte Naben laufen noch länger, als manch neu gekauftes teure Teil seinen Nutzen mir bietet.
Als Junge konnte ich mir garnicht vorstellen was 2014 so los ist auf dem Planet.
Als Mann fahr ich heut gerne die Schranzen aus 1960.
Ich fahr die auch noch in der Zukunft.
Ist irgendwie ein kleiner Teil Beständigkeit für mich, das fühlt sich gut an.

Euer und Ihr Jens Hansen





















Fahrradhistorie durch meine Brille.



Foto Sicherheits Niederräder auf Metallplatte aus 1890 Foto auf Metallplatte aus 1890, Rückseite
1890 und ein Kleinod, frühe Sicherheits-Niederräder und zwei stolze Besitzerinnen.
Das Foto ist seitenverkehrt (s. Kurbel), direkt auf eine beschichtete Kupferplatte belichtet und dann entwickelt worden.
Das war ein giftige Angelegenheit.
Das ist eine seltene und beständige Art zur Archivierung.
Hält schon seit 120 Jahren.
Meine 5000 elektronischen Fotos werden dann im Nirvana sein...




1903 wurde die erste Tour de France gefahren.
2428 Km in 6 Etappen.
Ich bräuchte auf so einem Eisenschwein einen Monat.




Mit dem Fahrrad zu fliegen ist nicht nur ein Traum, meiner ganz sicher nicht.
1935 wurde von der Polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt a. M. ein Preis ausgeschrieben.
Es galt 1200 M mit Muskelkraft zurückzulegen um 2 Wendemarken im Abstand von 500 M.
Helmut Häßler und Franz Fillinger gelang dieses nicht ganz, es reichte aber zu beachtlichen 720 M.




1948 dreht Vitorio de Sica den Film "Fahrraddiebe".
Er gilt noch immer als einer der besten Filme aller Zeiten.
Wer das festlegt, keine Ahnung.
Viele Szenen bleiben noch Tage in der Erinnerung.
Seit 1948 ist sicher viel Schrott produziert worden.
Aber immer nur die besten Filme aller Zeiten gucken...